Holunder
Sambucus nigra
Familie
Moschuskrautgewächse
Herkunft
unbekannt
Anzahl der Sorten
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Reife- und Erntezeit
Blüten: April bis Juni, Beeren: September bis November
Gut zu wissen
Holunder kann als Strauch oder kleinerer Baum wachsen.

 

Holunder SteckbriefDer Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist eine weit verbreitete Pflanze und wächst am häufigsten als Strauch mit vielen Verzweigungen, kann sich aber auch zu einem kleinen Baum verwachsen. Holunder kann bis zu 15 Meter hoch werden und gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Vom Holunder ernten wir die Blüten im Frühling und die Beeren im Herbst. Was es dabei alles zu beachten gibt, erfährst du hier.


Holunder richtig erkennen

Holunder erkennst du leicht an seinen fünf bis sieben unpaarig gefiederten Blättern. Das bedeutet, dass links und rechts eine gleiche Anzahl an Blättern vorkommt, jedoch am Ende noch eine einzelnes Blatt abschließt. Die Blätter befinden sich gegenständig, das heißt sich gegenüberstehend, am Stängel. Die einzelnen Blättchen, auch Fiederblättchen genannt, können bis zu 12 Zentimeter lang werden und sind fein gesägt. Das innere der Zweige enthält ein weiches, weißes Mark, das sich mit dem Fingernagel leicht eindrücken lässt. Der bis zu 100 Jahre werdende Holunder besitzt eine beige Rinde mit unzähligen Korkporen.

HolunderKorkporen


Merkmale der Holunderblüte

Der Holunder entfaltet seine süßlich duftenden weißen Blütenrispen gegen Ende Mai bis Juni. Mit Beginn der Blütezeit läutet der Holunder den Frühsommer im phänologischen Kalender ein. Die Blütezeit erstreckt von Juni bis Anfang Juli. Die Blüte des Schwarzen Holunders besitzt fünf weiße bis cremefarbene, verwachsene Kronblätter, gelbe Staubbeutel und drei Fruchtblätter, in denen drei Kerne gebildet werden. 

Holunderblüte nah

Hinweis zu giftigen Doppelgängern: Die tellerförmige Wuchsform der Blüte des Schwarzen Holunders unterscheidet ihn von der traubenförmigen Blüte des Traubenholunders. Der Schwarze Holunder besitzt gelbe Staubbeutel. Die Staubbeutel des giftigen Zwergholunders sind rot bis rosa. 

traubenholunderblütenzwergholunder blüten


Wirkung der Holunderblüten

Die Blüten wirken entzündungshemmend, schweißtreibend, kräftigend und schleimlösend. Du kannst die Blüten gebacken verzehren, für Tee trocknen oder Holunderblütensirup, Holunderblütengelee, Holunderessig, Holunderblütenzucker oder Holunderblütenpudding aus ihnen herstellen. Die Blüten werden weiterhin gerne für Süßspeisen, wie Holunderküchlein oder Holunderblütenmuffins verwendet. Die Blüten enthalten ätherisches Öl, Fettsäuren, Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe und einen hohen Gehalt an Kaliumsalzen.


Wirkung der Holunderbeeren

Die im Herbst reifen, schwarzen Früchte sind in rohem Zustand ungenießbar bis giftig und werden erst durch erhitzen essbar. Allerdings lassen sich laut Fleischhauer sogar die grünen Beeren abgekocht sauer und salzig zu “Pickles” einlegen. Du kannst aus den reifen schwarzen beeren wiederum frischen Saft pressen oder Holunderbeerengelee oder eine herzhafte Holundersuppe herstellen. Die Holunderbeeren enthalten neben Zucker, Fett und Eiweiß die Vitamine C und B6, B2, Folsäure, Fruchtsäure, Anthocyane und ätherisches Öl. Holunderbeeren lassen sich auch trocknen und als Snack verwenden.


Was ist am Holunder giftig?

Neben unreifen und ungekochten Beeren sind Blätter und Rinde giftig. Sie enthalten Sambunigrin, das sich ab einer Temperatur von ca. 70 Grad Celsius zersetzt. Vergiftungserscheinungen zeigen sich in Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, wenn größere Mengen an Beeren verzehrt werden. Ein paar Beeren führen jedoch nicht zu Vergiftungserscheinungen, da sie nur schwach giftig sind.


Holunder und giftige Doppelgänger

Holunder eindeutig zu erkennen und zu bestimmen ist wichtig, da es zwei giftige Doppelgänger gibt. Dies sind der Rote Holunder und der Zwergholunder. Wie du alle drei auseinander hältst, liest du hier. In Norddeutschland ist die Wahrscheinlichkeit, auf den giftigen Zwergholunder zu treffen, eher gering, da er im Mittelmeerraum verbreitet ist und sich der Verbreitungsraum bis Mitteldeutschland reicht.


Wo finde ich Holunder?


Holunder liebt stickstoffhaltige Böden und ist deshalb oft in der Nähe von Bauernhöfen und Schuttplätzen zu finden. Auch in Parks und an Waldrändern kommt er häufig vor.


Holunder und seine Mythologie


In der germanischen Mythologie bewohnt die Göttin Freya einen Holunderbusch. Da der Holunder sowohl bei den Germanen als auch bei den Griechen und Römern mit guten Geistern in Verbindung gebracht wurde, wurde der Holunder stets in der Nähe von Häusern gepflanzt.

Aus dem Christlichen kommend, hat der Holunder die Bedeutung des Teufelsbaums, da Judas sich am Holunder erhängt haben soll, nachdem er Jesus verraten hatte. Das soll auch der Grund sein, warum der essbare Baumpilz, das Judasohr, am toten Holunderholz zu finden ist. Judasohren sind Baumpilze, aus denen du eine leckere Pilzpfanne zu bereiten kannst.


Wie verarbeite ich Holunder?

Holunder kannst du zweimal im Jahr ernten. Ab Etwa Ende Mai bis in den Juni und Juli hinein kannst du die cremeweißen Blüten zu leckerem Holunderblütengelee, zu Holunderblütensirup oder gebackenen Holunderblüten verarbeiten. Der Sirup eignet sich zur Zubereitung von Holundermuffins oder Holunderblütenpudding. Im Sommer kannst du die frischen Dolden für eine erfrischende Holunderblütenlimonade verwenden. In Form von Holunderblütentee kannst du ihn im Winter bei Erkältungen und Grippe nutzen. Aus den Beeren lassen sich Holunderbeerensuppe, Holundersaft und Holunderbeerengelee zubereiten. Auch Holunderessig oder Holundersoße sind sehr lecker. Weitere Tipps und Tricks zum Sammeln der Blüten findest du in diesem Beitrag.

Der Holunder zählt zu den Arten in der Natur, die nachweislich unser Immunsystem unterstützen. Mehr Infos über immunstärkende Pflanzen aus heimischer Natur findest du in unserem E-Book: Immun mit mundraub

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