Waldmeister
Galium odoratum
Familie
Rötegewächse
Herkunft
Europa, Nordwest-Asien
Anzahl der Sorten
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Reife- und Erntezeit
März bis Juni
Gut zu wissen
Waldmeister gilt als die Vanille des Waldes.

Waldmeister Steckbrief

Der Waldmeister (Galium odoratum) wird auch “wohlriechendes Labkraut” oder “Vanille des Waldes” genannt, denn Waldmeister hat einen starken, angenehm aromatischen Duft, der beim Welken der Pflanze noch intensiver wird. 
Der Namen “Waldmeister” rührt vermutlich daher, dass er als “Meister des Waldes” bezeichnet wurde und als wichtigste Pflanze des Waldes galt.

Viele kennen Waldmeister heute als Getränkezusatz oder als Geschmack im Brausepulver. Doch wusstest du, dass der Waldmeistergeschmack in Waldmeisterprodukten künstlich hergestellt wird? Dies ist auf ein Verbot in den 1980ern zurückzuführen, als man herausfand, dass das enthaltene Cumarin krebserregend ist. Dennoch gilt wie immer: Die Dosis macht das Gift. Bei einer sparsamen Dosierung ist Waldmeister eher gesundheitsfördernd als gesundscheitschädlich.  Waldmeister schmeckt angenehm erfrischend, wirkt verdauungsfördernd und hat eine gefäßerweiternde und krampflösende Wirkung, weshalb er gegen Kopfschmerzen und Migräne in Form von Waldmeistertee eingesetzt werden kann.


Wie kann ich Waldmeister erkennen?

Waldmeister erkennst du an seinen acht in Quirlen angeordneten, spitz zulaufen Blättern. An seiner geringen Größe von maximal 30 Zentimetern, seinem Duft und seinen spitzen Blättern kannst du Waldmeister von anderen Pflanzen gut unterscheiden. Der typische Waldmeistergeruch entwickelt sich allerdings erst, wenn du die Pflanze ein paar Stunden welken lässt. Ab Mai entwickelt er mehrere Blüten mit jeweils vier weißen Blütenblättern. Die Blüte ist wie eine Dolde aufgebaut. 

waldmeisternah


Wird Waldmeister giftig, wenn er blüht?

Bei der Bezeichnung “giftig” gibt es unterschiedliche Vergiftungsgrade. Eine Überdosierung mit Waldmeister ist zwar nicht tödlich, wie es zum Beispiel beim Verzehr von zum Beispiel der Herbstzeitlose der Fall ist, die gerne mit Bärlauch verwechselt wird. Es kommt jedoch zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit und Erbrechen, wenn du eine zu hohe Dosis an Waldmeister zu dir nimmst. Das gilt für nicht blühenden Waldmeister, aber auch für blühenden Waldmeister. Da der Gehalt an leberschädigendem Cumarin im blühenden Waldmeister sehr ansteigt, solltest du ihn deshalb nicht mehr sammeln, wenn er blüht. Eine Überdosierung mit Waldmeister kann langfristig zu Leberschäden führen.

waldmeisterblühend

Hinweis zur Dosis: Es wird empfohlen auf einen Liter Flüssigkeit nicht mehr als drei Gramm des Waldmeisterkrauts zu verwenden, um eine Überdosierung zu vermeiden.


Kann man frischen Waldmeister essen?

Wie die anderen Labkräuter könntest du Waldmeister auch frisch essen, zum Beispiel im Salat oder im Nachtisch. Am gängigsten ist jedoch ein Auszug aus den angewelkten Blättern, da er sein volles Aroma gut in Flüssigkeiten ausbreiten kann.

Wie mache ich Waldmeister haltbar?


Den Waldmeistergeschmack kannst du am besten als Waldmeistersirup, Waldmeisteressig, Waldmeisteröl oder Waldmeistergelee haltbar machen.


Wie verwende ich Waldmeister?

Waldmeister lässt sich sehr gut zum Aromatisieren nutzen:

Für Süßspeisen wie:

  • Waldmeisterwackelpudding
  • Waldmeistersirup
  • Waldmeistereis
  • Waldmeisterzucker
  • Waldmeistergelee
  • als Zutat für Kuchen und Torten

Als Auszug für:

Oder ganz einfach in Wasser angesetzt. Dafür den Waldmeister ein paar Stunden bis einige Tage anwelken lassen und dann drei bis vier Waldmeisterstängel mit einem Liter frischem Wasser aufgießen und nochmals mehrere Stunden ziehen lassen.

Waldmeisterwasser

Acht beim Sammeln darauf, dass du ihn nicht nach dem Regen erntest, da dann am wenigsten Aroma enthalten ist. Ernte ihn eher vormittags bei trockenem Wetter.

Wenn du nicht das Glück hast, Waldmeister in deiner Nähe zu haben, aber einen Garten hast, kannst du auch versuchen, Waldmeister dort anzupflanzen.