Wo finde ich Wildspargel?

Wo finde ich Wildspargel?

Spargel ist im Frühling ein beliebtes Gemüse, das gerne gegessen wird. Zudem ist er sehr gesund und enthält viel Kalium und Calcium. Man muss Spargel aber nicht unbedingt im Laden kaufen, auch in freier Natur lässt sich wilder Spargel finden. Er steht in den Nährstoffen dem echten Spargel in nichts nach und ist zudem kostenlos. Welche Arten es gibt und wie du sie zubereiten kannst, erfährst du hier.

Wo finde ich Wildspargel?

Eins vorweg: Für Wildspargel gibt es mehrere Bezeichnungen. Zum einen ist mit Wildspargel die Art gemeint, Asparagus acutifolius, die als Kletterpflanze im Mittelmeerraum zu finden ist und dort gerne gesammelt wird. 

In nördlichen Gebieten wie Deutschland ist unter dem Begriff Wildspargel aber auch Hopfenspargel zu verstehen, die Triebe des Echten Hopfens (Humulus lupulus), die du wie Spargel verwenden kannst. Die Triebe lassen sich von April bis Juni sammeln. Von diesen Trieben musst du allerdings einige sammeln, um auf eine sattmachende Portionen zu kommen. 

Dann gibt es noch die Möglichkeit, ab Mitte/Ende April die jungen Sprosse des Japanischen Staudenknöterichs oder auch Flügelknöterichs (Fallopia japonica) zu ernten. Die Pflanze besitzt dicke, hohle Stängel und ist oft rötlich überlaufen oder gesprenkelt. Die Blätter sind breit eiförmig und spitz zulaufend. Die grün-weißlichen Blüten ziehen im Sommer viele Insekten an. Du findest ihn an Fluss- und Bachufern und in Parks. Die Saison für den Japanischen Staudenknöterich endet im Juni, danach verholzen die Triebe und sind weniger schmackhaft. Du kannst die Triebe des Japanischen Staudenknöterichs ernten, wenn sie ca. 20 Zentimeter hoch sind. Eine Handvoll ist schnell gesammelt. Dabei brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, den Bestand zu gefährden, denn dieser Knöterich ist ein Neophyt (eine eingeschleppte Art). Bei den Versuchen, ihn als Futterpflanze anzubauen, verwilderte er. Leider schmeckte die Pflanze dem Vieh nicht und auch in der Natur hat er keine Fressfeinde, sodass er sich kontinuierlich ausbreitet und massiv heimische Pflanzenarten verdrängt.  

Staudenknöterich

Hinweis für Gartenbesitzer: Wenn du auf die Idee kommen solltest, Japanischen Staudenknöterich bei dir im Garten anzubauen, sei hier zur Vorsicht gemahnt. Denn seine Wuchskraft ist so stark, dass kleine Wurzelreste ausreichen, damit er neu austreiben kann. So könnte er im Garten schnell wuchern. Da er sich über seine Wurzelausläufer vermehrt, solltest du ihn in einem Kübel anpflanzen. Wer möchte, kann die Wurzeln am Anfang des Frühlings mit einer Plane abdecken. So erntest du weichere Triebe.

Rezept für Wildspargel mit Bärlauch-Hollandaise

Die Saison für Spargel ist oftmals zwischen Mitte und Ende April. In diese Zeit fällt auch die Erntezeit für die Triebe des Japanischen Staudenknöterichs und des Hopfens. Du kannst also Spargel kostenlos in der Natur sammeln. Dazu überschneidet sich die Bärlauchzeit ein wenig und du kannst sowohl normalen Spargel als auch Wildspargel mit leckerer Bärlauchhollandaise kombinieren. Du kannst Japanischen Staudenknöterich wie Spargel zubereiten und kurz andünsten oder ihn wie Antipasti einlegen oder zu Chutney verarbeiten.  Du kannst ihn aber auch wie Rhabarber verwenden und zu Kuchen, Kompott oder Marmelade verarbeiten.

Hinweis: Doch zu viel solltest du nicht essen, da er viel Oxalsäure enthält und dadurch leicht abführend wirkt. Auch nimmt er auf belasteten Böden Schwermetalle auf. Schaue also, dass du ihn nicht auf Deponien oder ähnlichem sammelst.

Tipp: Du kannst die Triebe des Japanischen Staudenknöterichs sowie die Hopfentriebe übrigens auch roh essen und in den Salat schneiden.

Du brauchst für eine Person:

  • 3-4 Kartoffeln
  • etwas Bärlauch für die Bärlauchhollandaise 
  • eine Handvoll frische Triebe des Japanischen Staudenknöterichs oder
  • eine Handvoll Hopfentriebe

So bereitest du den Wildspargel zu:

  1. Kartoffeln kochen bis sie weich sind.
  2. Die Bärlauchhollandaise nach Anleitung zubereiten.
  3. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen.
  4. Währenddessen die Triebe des Japanischen Staudenknöterichs waschen.
  5. Wer möchte, kann größere Blätter entfernen.
  6. Den Knöterich oder die Hopfentriebe nur einige Minuten ins kochende Wasser geben.
  7. Diese mit einer Schöpfkelle herausnehmen.
  8. Das Kartoffelwasser abgießen und mit dem Spargel und der Soße servieren.

Hinweis: Das Kochwasser des Staudenknöterichs am besten wegschütten und nicht weiter für eine Mehlschwitze verwenden, wegen der Oxalsäure.

Statt der Bärlauchhollandaise schmeckt auch eine Bärlauch-Fischkäse-Sauce oder eine andere Sauce deiner Wahl.

Wildspargel und seine Verwechslungen

Der Japanische Staudenknöterich ist durch seine hohlen Stängel und seine bis zu drei Metern große Wuchsform kaum mit anderen Pflanzenarten zu verwechseln. Du könntest den Japanischen Flügelknöterich zwar mit dem Sachalin-Staudenknöterich verwechseln, der grünliche Blütenstände besitzt und unterseits behaarte Blätter, aber du kannst diesen genauso verwenden. 

Du könntest die Triebe des Hopfens vielleicht mit der ebenfalls kletternden Clematis (Clematis vitalba) verwechseln, die giftig ist. Du kannst sie leicht unterscheiden, da die Triebe des Hopfens leichte Widerhaken besitzen und sich aufgrund dessen leicht rau anfühlen.

Hopfen und Clematis

Übrigens ist der Japanische Staudenknöterich eine von vielen Pflanzen mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien, die für dein Immunsystem wichtig sind und auch die Zellalterung hemmen. Mehr Informationen dazu, wie du den Knöterich gesundheitlich nutzen kannst, findest du in unserem E-Book “Immun mit mundraub”.

Immun mit Mundraub

Wie schmecken dir die Spargelalternativen? Schreibe uns gerne ein Kommentar unter diesen Beitrag.

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