Straßenobst wenig belastet


Wir werden oft gefragt, ob Straßen- oder Stadtobst mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet ist und ob man dies überhaupt essen sollte.

Ein Wissenschaftsteam der Technischen Universität Berlin hatte 2012 untersucht, wie stark Obst und Gemüse im städischen Raum oder an viel befahreren Straßen mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet ist. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand der Gehalt an Blei, Chrom, Kupfer, Zink, Nickel und Kadmium. Heraus kam, dass Kräuter und Gemüse zum Teil sehr stark und Früchte aus dem städtischen Anbau offensichtlich kaum belastet sind. An 172 Stellen in Berlin haben sie Proben gezogen – darunter Äpfel, Pflaumen, Mirabellen, Brombeeren, aber auch Nüsse. Im Unterschied zum Gemüse wiesen die Obstproben nur eine sehr geringe Schwermetallbelastung auf, die Werte für Kadmium und Blei lagen sogar weitestgehend unter den EU-Grenzwerten.

Der Rat der Experten: An stark befahrenen Straßen sollte also vermehrt Obst statt Gemüse angebaut werden und Obst statt Gemüse in urbane Gartenkonzepte integriert werden. Also: wenn ihr euch ein paar Früchte an Landstraßen holt, ist das aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich. Abwaschen nicht vergessen!

Hier findet ihr Beiträge dazu, aus denen wir zitieren:

WDR August 2013, umweltnews Oktober 2012

Von grosser Bedeutung ist hierzu die Studie von Dr. Ina Säumel von der TU Berlin.

Profile picture for user froilein

wie sieht es denn mit brombeeren aus, die neben einer bahnschiene wachsen ? ich meine die belastung.

Profile picture for user kai

Hallo König Ewald,

die Antwort kann ich nur so pauschal geben, wie die Frage gestellt ist. Nein, du kannst weder ohne zu fragen pflücken noch Fallobst nehmen. Ausschlaggebend sind die Eigentumsrechte. Hier findest du mehr http://mundraub.org/mundräuber-regeln.

Viele Grüße Kai

Profile picture for user cornelchen

kann ich ohne zu fragen von Bäumen Äpfel und Birnen pflücken ohne bestraft zu werden,mein Hund die Raika ist sehr gerne Obst,und ich auch oder muß ich Fallobst nehmen.bitte um Antwort

Profile picture for user cornelchen

Tatsächlich ist seit der Einführung des bleifreien Benzins die Belastung insbesondere in den Ballungsräumen deutlich geringer geworden.
Dennoch sollte man Obst aus "innerstädtischem Anbau" mit Vorsicht genießen.
Schlimmer als Obst von spanischen Plastikplantagen wird es aber kaum sein.

Profile picture for user gundula

Ob ich dem Rat folgen würde, an wirklich stark (!) befahrenen Straßen in der Großstadt Obstbäume zu pflanzen, weiß ich trotz allem nicht so recht. Schwermetalllasten sind ja nicht alles. Eine Landstraße mit mäßiger Frequenz ist da schon was Anderes. Immerhin waren die in der Großstadt gemessenen Schadstoffbelastungen auf Obst ja auch nicht null, sondern nur im Schnitt sehr viel kleiner als bei den Gemüsen. Wichtig fand ich aber die Nachricht, das das, was drauf ist, zum allergrößten Teil durch simples Waschen beseitigt werden kann. Da ess ich mein Apfelmus und die Kornelkirschmarmelade aus gemundraubtem Stadtobst doch gleich mit viel leichterem Herzen!