Die beste Pflanzenbestimmungsapp für essbare Pflanzen

Beste Pflanzenbestimmungsapp

Die beste Pflanzenbestimmungsapp für essbare Pflanzen

Wer mit dem Sammeln essbarer Pflanzen anfängt kann es nicht vermeiden, sich näher mit der Bestimmung von Pflanzen zu beschäftigen. Natürlich lädt die Mundraub-Karte dazu ein, ohne große Pflanzenkenntnisse einfach auf die entsprechenden Fundort zu klicken, raus zu gehen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf diese Pflanze zu treffen. Doch manchmal ist es gut, die Pflanze selbst eindeutig identifizieren zu können, damit man sie auch von giftigen Doppelgängern unterscheiden kann.

Wenn du diesen Beitrag angeklickt hast, dann bist du wahrscheinlich daran interessiert, wie du neue, essbare Pflanzen kennenlernen kannst. Unsere moderne Gesellschaft gibt uns viele Hilfsmittel an die Hand, um Probleme wie diese zu lösen. Apps sind ein Teil davon.

Es gibt viele Pflanzenbestimmungsapps und sicher auch einige gute. Doch lass mich hier erklären, warum wir dir nicht eine davon empfehlen können.

Gehen wir nochmal an den Anfang. Warum möchtest du eine Pflanzenbestimmungsapp? Höchstwahrscheinlich, um essbare Pflanzen identifizieren und sie von giftigen Pflanzen  unterscheiden zu können, Siehe Bärlauch und Aronstab.

Doppelgänger

Und da fängt es schon an: In wie weit möchtest du der Technik vertrauen, die dir die Unterscheidung zwischen giftigen und essbaren Pflanzen vorgibt?

Ich vergleiche das gerne mit dem Navigationsgerät. Seitdem es diese Technik git, vertrauen viele blind dem Navi. Es ist  bequem und spart viel Zeit. Doch wenn man das die ganze Zeit über so macht, nimmt das Vertrauen in die eigene Orientierung ab. So ähnlich ist es auch bei der Nutzung von Pflanzenbestimmungsapps.

Warum ist das so?

Wer die Verantwortung an die Technik abgibt, hört auf Fragen, zu stellen.
Und genau hier liegt der Unterschied zur eigenen Verantwortung.
Wer kein Navi nutzt oder keine Pflanzenbestimmungsapp, stellt viele Fragen.
Dadurch wird das Gehirn angeregt, seine Sinne zu benutzen.

Es verlagert sich also die Frage von: “Was ist die beste Pflanzenbestimmungsapp?” oder “Wie heißt diese Pflanze?” zu “Welche Fragen kann ich stellen, um diese Pflanze zu bestimmen?”

Hier einige Beispiele:

  • Zur welcher Jahreszeit finde ich gerade die Pflanze?
  • Wo befindet sich die Pflanze?
  • Wie ist die Farbe des Blatts?
  • Wie ist die Farbe der Blüte?
  • Welchen Geruch hat die Pflanze?
  • Wie fühlst sie sich an?
  • Und vieles mehr.

Du merkst also, es ist ein Unterschied, ob ich mir die Pflanze genau ansehe oder einfach auf einen Button klicke.

Dies beantwortet dann die zweite Intention: 
Wie lerne ich Pflanzen?

Und dazu muss man sich fragen, wie funktioniert lernen?

Lernen findet im Gehirn statt. Bei jeder neuen Erfahrung verknüpfen sich Synapsen. Je öfter du diese Erfahrung wiederholst und abrufst, desto stärker werden sie. Und je größer deine Emotionen dabei sind und je mehr Sinne du einsetzt, desto größer ist der Lerneffekt. Wenn du also dich lange mit einer Pflanze beschäftigst und selbst auf die Lösung kommst, ist die Begeisterung groß und du hast dir die Merkmale der Pflanze deutlicher angesehen.

Und zu guter Letzt: 

Technik ist nie fehlerlos!


Und so kann es sein, dass bei einer App eine Pflanze angezeigt wird, die du per App als essbar einstufst, weil es da steht, aber in Wahrheit ist sie giftig. Vielleicht denkst du, dass das gar nicht realistisch ist? Ich habe einige Apps selbst ausprobiert.
Bei vielen Apps muss man sich auch erst registrieren oder schon im Vorhinein die Bezahlung abwickeln, ohne dass man weiß, ob die App gut ist.
Die App Plantnet ist für den ersten Eindruck zwar nützlich. Doch für die eindeutige Bestimmung essbarer Wildpflanzen würde ich mich nicht darauf verlassen.
Die App arbeitet mit einer Community-Fotodatenbank. Das heißt, wenn du eine Pflanze fotografierst, wird dir die Pflanze mit der höchsten Übereinstimmung mit denen der Community ganz oben angezeigt. Leider sind das aber bestätigte Fotobilder von Nutzern. Wenn ein Nutzer also keine Ahnung hat und sein Bild als die von ihm vorgeschlagene Pflanze bestätigt, wird sein Bild in die Datenbank aufgenommen und dient als Orientierung für andere Nutzer.
Wenn man  die App also nutzt, kann es sein, dass einem der Pflanze ähnliche Bilder von anderen Pflanzennamen angezeigt werden.
Ein Beispiel dafür ist die wilde Möhre. Es kann dann sein, dass es der giftige Schierling ist, der vor dir steht, in der App steht aber eine  70 Prozent Wahrscheinlichkeit für die essbare wilde Möhre.


Die beste Pflanzenbestimmungsapp

Fazit: Die beste Pflanzenbestimmungsapp wirst du also aus meiner Sicht nie finden. Eher sind deine Sinne, dein Verstand aber natürlich auch dein Bauchgefühl wichtig. 

Zur Bestimmung essbarer Pflanzen gibt es einige gute Besitimmungsliteratur, zum Beispiel das Buch über Essbare Wildpflanzen, oder Wildkräuter am Blatt erkennen. Am besten ist es, die Pflanzen bei einer Kräutertour, zum Beispiel einer mundraub-Tour live mit allen Sinnen zu erleben.

Vielleicht bist du da aber anderer Meinung als ich. Wie lernst du neue essbare Pflanzen? Schreibe mir gerne ein Kommentar unter diesem Beitrag.

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