Essbare Stadtguerilla


Essbare Landschaften mit Steckhölzern selber schaffen - Ein Beitrag von Helen Münnich

Du brauchst...

Was kann man im Winter zur Erweiterung der essbaren Landschaft beitragen? Das ist ganz leicht. Du benötigst nur eine Gartenschere, Erde und etwas Geduld bis der Frühling wiederkehrt. Denn Obststräucher wie Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren (hier eine Guerilla-Johannisbeere), Holunder und Kornelkirschen können jetzt im Winter durch vegetative Methoden vermehrt werden.

Dabei zieht man aus Sprossteilen der Mutterpflanze neue Pflanzen heran. Dies garantiert sortenechte Nachkommen. Wenn du also diese Obststräucher am liebsten überall wachsen sehen willst oder möchtest, dass deine (späteren) Kinder eine freie und gesunde Nascherei erleben können, solltest du über diese Erweiterung der essbaren Landschaft nachdenken. Für die genannten Arten eignet sich die Vermehrung mit Steckhölzern, bei anderen Arten solltest du vorher recherchieren, welche Möglichkeit es gibt.

So gehst du vor

Es treibt im Topf
Es treibt!

Im Herbst/Winter entnimmst du von der Mutterpflanze einjährige Triebe mit einer scharfen Gartenschere. Die Triebe werden in etwa 20 cm lange Teilstücke geschnitten, so dass oben über und unten unter einem Auge (botanisch für Knospe) etwas Platz gelassen wird. Der obere Teil soll gerade abgeschnitten sein und der untere Teil wird durch einen schrägen Schnitt markiert. Wenn du genug zusammen hast, werden die Steckhölzer bündelweise in ein Gefäß mit Erde gepflanzt. Im Frühjahr, wenn sich die ersten Blättchen entwickelt haben, werden die Steckhölzer in Reihen in einem 10 cm Abstand vereinzelt, sodass ein bis zwei Augen herausschauen.

Tipp für Stachel- und Johannisbeeren

Diese Pflanzen lassen sich noch einfacher vermehren, indem die Mutterpflanze mit Erde angehäufelt wird. Im angehäuften Substrat bilden sich an den jüngeren Trieben neue Wurzeln. Diese Triebe können im Herbst abgeschnitten und im öffentlichen Raum verpflanzt werden. Dabei sollte möglichst für jede Sorte auf die entsprechenden Standortbedingungen (Boden/Licht) geachtet werden, damit die Pflanzen sich optimal entwickeln. 

Tipp für Him- und Brombeeren

Him- und Brombeeren vermehren sich auch durch Ausläufer. Hier kann man einfach mit dem Spaten einen Wurzelausläufer abstechen und neu verpflanzen. Daraus entwickelt sich die neue Pflanze.

Wir wünschen viel Spaß bei der Erweiterung der essbaren Landschaft! Welche Arten fallen dir noch für eine essbare Landschaft ein? Welche würdest du gerne überall wachsen sehen?

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Es gibt glaubhafte Berichte, dass es in Einzelfällen schon verkehrt herum geklappt hat. Aber warum sollte man? Meistens sind die Knospenansätze nach oben leicht zu erkennen!

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Ja, darauf sollte man achten, da die Knospen bereits nach oben zeigen. Was passiert, wenn es verkehrt herum gepflanzt wird, habe ich noch nicht ausprobiert. Vermutlich würden die Äste nicht treiben. Viel Erfolg beim Pflanzen!
Schick uns gern einen Fotobeweis, wenn die Pflanzen was geworden sind :)

Fruchtige Grüße
Andie von Mundraub

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Dann sollte man beim Abschneiden wohl darauf achten, wo oben und wo unten ist, oder? Oder was passiert, wenn man ein solches Stück verkehrtherum einpflanzt?

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WeinReben kann man durch Absenker vermehren. - sie können auch Bäume bewuchern, ...

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Haselnuss-Sräucher kann man auch durch Stecklinge vermehren