Alte Sorten besser für Apfelallergiker


Zum Tag der gesunden Ernährung haben wir für dich ein paar Zahlen und Fakten ausgegraben, die erklären, warum das Lieblingsobst der Deutschen so gesund ist und warum Unverträglichkeiten weniger mit dem Apfel, als mit der Sorte zu tun haben.

An apple a day…

Äpfel sind gesund, weil sie viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthalten. Außerdem verfügt der Apfel über sekundäre Pflanzenstoffe wie etwa verschiedenste polyphenole Verbindungen und Antioxidanten mit entzündungshemmender Wirkung. So beugt der Verzehr von Äpfeln Gefäßerkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte vor. WissenschaftlerInnen der California State University versprechen dem eifrigen Apfelesser zudem ein verringertes Risiko an Asthma, Diabetes, Krebs oder Alzheimer zu erkranken.
Leider kann nicht jeder die vielen Vorzüge des Apfels genießen: Schätzungen zufolge leiden bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Apfelunverträglichkeit oder sogar an einer Allergie. Allerdings muss man wissen, dass es weltweit Zehntausende Apfelsorten gibt, die sich in ihren individuellen Zusammensetzungen teils stark unterscheiden. Diese Vielfalt könnte ApfelallergikerInnen zugute kommen.

Der Apfel beugt Krankheiten wie z. B. Diabetes vor
Der Apfel beugt Krankheiten wie z. B. Diabetes vor

Apfel ist nicht gleich Apfel

Jeder Mensch und jede der weltweit über 30.000 Apfelsorten ist anders. Da liegt die Vermutung nahe, dass auch die Allergie sortenabhängig ist. Und so ist es! Im Rahmen des Projektes „Lemgo“ sammelte der BUND die Erfahrungsberichte von Apfelallergikern mit verschiedenen Sorten. Die Auswertung der Einsendungen zeigte, dass AllergikerInnen alte Apfelsorten deutlich besser vertragen. Dies liegt an dem vergleichsweise hohen Polyphenolgehalt alter Apfelsorten, welches - so vermutet man - die im Apfel enthaltenen Allergene unschädlich machen kann. Gut für die AllergikerInnen! Gleichzeitig bewirkt ein hoher Polyphenolgehalt jedoch auch, dass ein Apfel schneller braun wird. Das macht ihn wiederum unattraktiv für den Handel. Somit ist es kein Zufall, dass gerade die Supermarktäpfel bei vielen Menschen zu Unverträglichkeiten führen.

Roter Boskoop, Finkenwerder Herbstprinz oder Ringston Pepping - diese alten Sorten sind für die meisten AllergikerInnen problemlos zu genießen. Der BUND nennt zudem die Sorten Alkmene, Berlepsch, Gravensteiner und Goldparmäne als besonders geeignet für AllergikerInnen. Von den Sorten Golden Delicious, Fuji und Granny Smith sollten sie sich dagegen lieber fern halten.

Golden Delicious: Von diesem Apfel sollten AllergikerInnen besser die Finger lassen
Golden Delicious: Von diesem Apfel sollten AllergikerInnen besser die Finger lassen

Allgemeine Allergikertipps

Apfelallergien sind nicht nur sortenabhängig sondern auch von Ort zu Ort verschieden. In Nord- und Mitteleuropa reagieren AllergikerInnen mehrheitlich auf das Allergen Mal d 1 (Malus domestica 1). Dies kommt in der Apfelschale sowie im Fruchtfleisch vor. Allgemein sollten AllergikerInnen deshalb nur Äpfel mit einem hohen Polyphenolgehalt zu sich nehmen und auf Bio-Qualität achten. (Ersteres macht das Allergen Mal d 1 unschädlich, letzteres verringert dessen Anteil insgesamt.) Auch Kochen bzw. Erhitzen zerstört das Allergen. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, kann zu erhitzten Apfelprodukten wie Apfelmus, Apfelkuchen oder pasteurisierten Säften greifen. So können AllergikerInnen die vielen geschmacklichen und gesundheitlichen Vorzüge des Apfels genießen!

Auf was reagierst du allergisch? Teile deine Erfahrungen mit uns!

Erhitze Produkte wie z.B. Apfelmus sind für AllergikerInnen unbedenklich
Erhitze Produkte wie z.B. Apfelmus sind für AllergikerInnen unbedenklich

Quellen:

Matthes, A., & Schmitz-Eiberger, M. (2009). Apple (Malus domestica L. Borkh.) Allergen Mal d 1: Effect of Cultivar, Cultivation System and Storage Conditions. Journal of
Agricultural and food Chemistry(57), S. 10548-10553.

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