Holunder - Ein Nachruf

Jeden Morgen kurz vor neun,
manchmal auch kurz nach,
kamen wir uns ziemlich nah -
doch nun das Band zerbrach.

Du standest an der Ecke still,
hinter dir ein Zaun.
Ich radelte, wir sahen uns an,
Blitze, Herzen, wie im Traum.

Wir fuhren Zweig in Hand hinaus,
es klang romant’sche Musi.
Aßen Pasta, ganz vegetarisch,
du warst Strolch, ich deine Susi.

Achzehnter Juli, kurz nach neun,
Erinnerung fällt schwer.
Wie geht es dir? Bald kommen Beeren!
Doch du, Holunder, bist nicht mehr.

Kränklich? Müde? Standst’ du im Weg?
Ein Stumpf, der nicht mehr spricht.
Holler, die Waldfee, Hoffnung bleibt,
dass niemand sagt: Es werde licht(er)...

Holunder Blüten Beeren

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