In eigener Sache: Obstdiebstahl nervt Obstbauern und schadet mundraub.org


In eigener Sache: Obstdiebstahl nervt Obstbauern und schadet mundraub.org

Obstdiebstahl ist eine weit verbreitete, sehr ärgerliche Straftat. Er bringt nicht nur Obstbauern um die wohlverdienten Früchte ihrer harten Arbeit, sondern schadet auch der Plattform mundraub.org. Allzuleicht werden gemeine Obstdiebe pauschal mit dem Internetangebot in Verbindung gebracht.

Die Plattform Mundraub lebt davon, dass die Nutzer verantwortungsvoll und respektvoll mit der Natur und den kulturellen und privatrechtlichen Gegebenheiten umgehen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von kriminellen Obstdieben, die im großen Stil Obst stehlen. Privateigentum - ohne Einverständnis des Eigentümers oder Pächters - ist für die Mundräuber unserer Community tabu. Dieses zu entwenden widerspricht unserer Idee, vergessenes Obst zu retten und sich für den Erhalt vergessener Sorten einzusetzen. Wir legen großen Wert darauf zu betonen, dass unsere Community größtenteils völlig harmlos Obst aus dem öffentlichen Raum erntet, welches sonst ungenutzt bliebe.

Obstbauer steht hinter mundraub.org

Von Obstdieben betroffen ist auch Carsten Hahn, Obstbauer aus Bad Belzig im Fläming/Brandenburg. In dieser Saison sei seine komplette Quittenernte verschwunden, klagt Herr Hahn. Auch seine Äpfel seien sortenrein entwendet worden: die Goldparmäne? Weg! In diesem Jahr sei der Schaden besonders groß, so Hahn weiter. Woran liegt es? Verführt das Internetangebot mundraub.org Kriminelle dazu, sich gezielt Fundorte von der mundraub-Karte auszusuchen um dann dort heimlich alles abzuernten?

Ein Faktencheck: die Streuobstwiese von Carsten Hahn ist nicht auf der mundraub-Karte verzeichnet. Auch sein anderer Standort ist nicht dabei. Das hatte der Obstbauer sofort überprüft und er betont, dass er hinter der mundraub-Idee stehe, ungenutztes Obst zu retten. Er unterscheidet zwischen Obstdieben und den Nutzern der Plattform.

Er sieht einige Schnittmengen mit der Community für vergessenes Obst. Einigkeit besteht darin, dass Obstbaumalleen besser gepflegt werden müssten, wenn sie noch im 21. Jahrhundert Bestand haben sollen. Allein im Fläming gebe es viel zu viele ungenutzte Obstbäume. Auch würden viele Ausgleichsflächen nicht ausreichend bewirtschaftet.
All dies sind Probleme, die auch mundraub erkannt hat. Von der mundraub-Community wünscht er sich allerdings mehr nachhaltiges Engagement. Es dürfe nicht bei der reinen Ernte bleiben. Wer erntet, solle sich auch engagieren, etwa bei der Mahd oder durch Obstbauschnitt. Das können wir nur bekräftigen.

Über den Apfel hinaus denken

mundraub hat bereits einige nachhaltige Projekte angeschoben, wie etwa das Baumpflanzprojekt Freiobst Pankow, die mundraub-Region Hasetal oder die Kooperation mit 50Hertz auf der Ausgleichsfläche 50Hertz-Entdecker-Wiese. mundraub fördert das nachhaltige Engagement seiner Nutzer bundesweit durch neue Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Darüber hinaus haben wir viele Ideen und gute Strategien, die es uns ermöglichen sollen, die Plattform auch künftig kostenfrei und seriös zu betreiben.

Mundräuber-Regeln beachten

Um die Plattform weiterhin nachhaltig zu betreiben, appelliert mundraub an alle NutzerInnen, die Mundräuber-Regeln einzuhalten. Bei über 30.000 registrierten NutzerInnen und 20.000 Fundorten wurden bisher nur 0,3% als in Privateigentum befindlich gemeldet. Dies ist im Vergleich erfreulich gering und wir wollen, dass dies so bleibt. Die gemeldeten Fundorte werden gelöscht.

Zur Erinnerung: Ihr müsst bei jedem Fundort klären, wem der Baum, der Strauch, die Kräuter gehören und könnt nicht davon ausgehen, dass frei stehende Essbarkeiten der Allgemeinheit gehören.

Helft mit, unser Angebot verlässlich zu halten, beachtet die Mundräuber-Regeln und spendet für den laufenden Betrieb der Webseite.
Damit verwirklichen wir unsere Vision, essbare Landschaften zu erleben und gemeinsam zu gestalten.

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Ich gehe auf Nummer sicher.
Ich habe seit vielen Jahren meinen eigenen, virtuellen, Obstgarten, über's Land verteilt. Kirschen hier, Aepfel und Birnen dort, Walnüsse noch woanders usw. Aber Ehrensache: wenn ich Obstbäume eingezäunt sehe, unter denen offensichtlich regelmässig gemäht wird, dann heisst das für mich "Finger weg". Wenn ich aber z. B. zur Apfelerntezeit an Bäumen vorbei komme, unter denen die ersten Zentner liegen, dann fühle ich mich moralisch berechtigt ein oder zwei Tüten zu sammeln oder zu pflücken. Ich habe noch nie Probleme deswegen gehabt. Interessant sind auch Obstbäume, die im Rahmen von Flurbereinigungen, Landschaftspflegemassnahmen udgl. gepflanzt wurden und nach denen nachher niemand mehr schaut und in aller Regel auch niemand das Obst erntet. Ich habe meist eine Gartenschere und eine kleine Säge dabei und lass diesen und anderen Bäumen dann (bzw. zu ggb. Zeit) die nötige Pflege zukommen. Dafür sorgt nämlich auch keiner!

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Den ersten Satz würde ich so umformulieren: "Obstdiebstahl ist eine weit verbreitete, aber meist nicht sehr ärgerliche Straftat." Wenn jemand beim Spaziergang einen Apfel vom Baum pflückt, dann ist das oft Diebstahl, aber ebenso oft unerheblich. Ärgerlich wird es erst, wenn fremdes Eigentum professionell abgeerntet wird (wie oben beschrieben) oder wenn beim Pflücken der offensichtliche Eigentümer als Person missachtet wird. Mit der Website mundraub.org dürfte so etwas in der Regel nichts zu tun haben.

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Obstbaumallee Neufahrn, Gemeinde Schäftlarn
Eigentum der Gemeinde, nur für Gemeindebürger