Im Dutzend fruchtender

Nachwuchs im Dutzend

Pilotprojekt in Pankow gestartet

Der Anton-Saefkow-Park im Berliner Bezirk Pankow ist um zwölf Obstbäume reicher: Seit Sonntag tummeln sich auf dem ehemals kahlen Hügel nahe der Kniprodestraße sieben Apfelbäume, zwei Birnbäume, ein Pflaumenbaum und zwei Kirschbäume. Am 11. Dezember traf sich Mundraub zu einer gemeinsamen Pflanzaktion mit den angehenden Obstbaumeltern, die im Rahmen des Projektes Nachwuchs die Patenschaft für einen von ihnen gewählten Obstbaum übernahmen.

Los geht’s!

Groß & Klein halfen mit

Es regnete während wir die Spaten, Schaufeln und nicht zuletzt die Obstbäume aus dem Mundraub-Büro von Treptow nach Pankow transportierten. Vorsichtshalber bauten wir auf dem Hügel des Anton-Saefkow-Parks einen Pavillon auf und bereiteten schon mal einen großen Topf heißen Apfelsaft vor, aber wir hatten Glück: Als um 13 Uhr die Obstbaumeltern eintrafen, hatte es bereits aufgehört zu regnen. Mundraub-Gründer Kai begrüßte alle und dann ging es auch schon los.

Tatendrang

Kinder- und Elternhände griffen zum Spaten, um jeweils eine 50 Zentimeter tiefe und 100 Zentimeter breite Pflanzgrube auszuheben. Das ist harte Arbeit: Zuerst den Grassoden ausstechen und ablegen, dann Ober- und Unterboden ausheben und getrennt lagern. Untergrund lockern, Stützpfahl in Hauptwindrichtung vor dem Baum einschlagen, eventuell beschädigte Wurzelteile abschneiden und beim Einpflanzen des Baumes darauf achten, dass die Veredelungsstelle des Baumes zehn Zentimeter über dem Boden liegt. Schutt- und Trümmerteile im Boden erschwerten die Arbeit, aber die Obstbaumeltern ließen sich davon nicht beirren. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Axel Kottusch und Wolf Sasse vom Bezirksamt Pankow war gegen 15 Uhr auch der letzte Baum im Boden.

Mehr als nur ganz normale Parkbäume

Die Kinder vom Prenzlauer Berg

Kassins Frühe Herzkirsche, Gräfin von Paris, Elstar, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Williams Christbirne, Boskoop, Hauszwetsche und Schneiders Späte Knorpelkirsche - Mundraub setzt mit seinem Nachwuchsprojekt auf alte, standortgerechte Sorten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Der Baum wird im Namen eines Kindes oder einer Familie gepflanzt und gemeinschaftlich gepflegt. Er steht dabei ganz bewusst im öffentlichen Raum, damit die Früchte allen zugänglich sind - ganz im Sinne der essbaren Stadt. So legen die Obstbaumeltern schon jetzt die Grundlage dafür, dass sich auch die kommenden Generationen noch an frischem und frei zugänglichem Obst erfreuen können.

Mit der Planzaktion wurde der Startschuss für den Essbaren Bezirk Pankow gegeben. Damit verbunden ist die offizielle Freigabe aller bestehenden Obstbestände Pankows für den privaten Gebrauch.

Nachwuchs auch in eurer Stadt?

Die Pflanzaktion im Anton-Saefkow-Park war erst der Anfang, weitere Flächen und Städte sollen folgen. So sind wir derzeit mit verschiedenen Städten und Bezirken im Gespräch, um dem Nachwuchsprojekt weitere Flächen zu sichern. Voraussichtlich wird die nächste Pflanzaktion bereits im Frühjahr 2017 stattfinden. Möchtest auch du in deiner Stadt einen Baum für dein Kind pflanzen? Schreibe uns eine Mail an nachwuchs@mundraub.org.

Anton-Saefkow-Park im Panorama-Format